Prolog
Ihre Augen waren geschlossen.
Sie atmete langsam und ruhig und ihr Herzschlag war ein gleichmässiges Pochen in ihren Ohren, doch für alldas verschwendete sie keinen Gedanken. Ihre ganze Konzentration galt ihrer Aufgabe und den Kräften, die sie umgaben.
Diesen Kräften, die sie nun schon seit etlichen Minuten - oder waren es Stunden? Sie hatte ihr Zeitgefühl verloren - versuchte unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie durfte sich auf keinen Fall ablenken lassen, aber dieses Wissen war so tief in ihren Geist eingebrannt worden, dass sie auch dafür keines Gedanken bedurfte. Alles, was es noch auf der Welt gab, waren sie und ihre Aufgabe. Sonst nichts. Keine Gedanken, keine Gefühle.
Unendlich langsam, so schien es ihr, unterwarf sie diese Mächte, die wahrscheinlich älter waren als die Zeit selbst, ihrem Willen. Sie hatten keine Substanz, waren schwer zu greifen, aber der stählernen Umklammerung ihres Geistes, der hier in den letzten Jahren so hart geschult worden war, wie noch nie zuvor, entgingen auch sie nicht. Vorsichtig lenkte sie sie in eine andere Richtung. Ganz langsam, nur nichts überstürzen.
Als die Kräfte das Objekt erreichten, war es so, als schlösse sich ihre eigene Hand darum. Eine Hand aus purer Energie, die in diesem Moment so natürlich zu ihr zu gehören schien, als sei sie schon immer da gewesesen. Aber ihre Aufgabe war noch nicht bewältigt.